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Weil das gesund sein soll.

Grüne Woche

"Weil das gesund sein soll" ist mein meist gesagter Satz diese Woche. "Und warum machst du das? Du willst doch nicht abnehmen oder?" und "Ich darf jetzt lachen, du hast dir schließlich selber ausgesucht, dich zu quälen", die meist gehörten Sätze.

Ja, ganz genau, habe ich. Nein danke, ich möchte nicht abnehmen.

Ich glaube die Lust auf sogenannte Superfoods oder Healthy Diets habe ich von meiner Mutter geerbt, die neulich ganz begeistert vom Raw-Food-Trend (also nur noch rohes Gemüse essen) erzählte und mir als Kind erklärte, dass getrocknete Mangos viel leckerer seien, als Gummibärchen.

Also fand ich die Idee des Juice Cleansings spannend und habe die Herausforderung angenommen. Fünf Tage lang bekam ich frische Säfte von Detox Delight geliefert (was schon mal gut ist, denn nach dem dritten Tag wäre ich bestimmt nicht von allein in einen Laden gelaufen, um mir noch mehr zu kaufen) und zwar die grünen Super Green Juices, also die für fortgeschrittene Detoxer (kann ja nicht so schwer sein) und habe laut Hersteller „meinen Körper mit Chlorophyll geflutet“. Solche Sätze ziehen bei mir.

Wie sich das anfühlt und ob es was bringt (jajaja!), lest Ihr hier.

Tag1

11 Uhr: Habe die restliche Pasta von gestern Abend gegessen und mit der ersten Limonade (Apfel, Wasser, Zitrone) runtergespült. Gar nicht so schlimm dieses Cleansing.

14 Uhr: Der erste grüne Saft besteht aus Ananas, Gurke, Apfel Romana Salat und Limette und ist fruchtiger, als man denkt, außerdem schön sauer, das mag ich. Ach, das wird leicht.

17 Uhr: Habe die Mandelmilch probiert, die eigentlich erst für den Abend gedacht ist.

17:15 Uhr: Die Mandelmilch hat doch nicht gereicht. Musste viel Mandeln, einen halben Apfel und eine Maiswaffel essen.

19 Uhr: Ich bin todmüde und habe leichte Kopfschmerzen. Noch vor zehn schlafe ich ein.

Tag2

Habe 9 Stunden perfekten, extrem erholsamen Schlaf durchgeschlafen und fühle mich megafit!

14 Uhr: Die ersten Säfte sind getrunken und ich bekomme trotzdem langsam Hunger.

16 Uhr: Ich kann den Saft nicht mehr sehen. Vielleicht bin ich doch zu sehr Foodie für diesen Versuch. Aber nein, ich zieh das jetzt durch. Immerhin haben mich fünf Tage fast dreihundert Euro gekostet und überhaupt, soll das Hoch, bei dem man sich superfit und leicht und wach fühlt ja noch kommen und das will ich auch!

19 Uhr: Bin schon wieder todmüde. Abendverabredungen diese Woche werden abgesagt. Aber: ich habe mich selten so aufs Einschlafen gefreut...

Tag 3

Zehn Stunden durchgeschlafen. Das gibt es doch gar nicht. Allein dafür lohnt sich das Detoxen schon. Ich habe so gut wie nie besser geschlafen, fühle mich morgens erholter als sonst.

8 Uhr: Ich betrachte ungläubig mein Spiegelbild. Kann das echt so schnell was bringen? Es ist Anfang März und ich sehe irgendwie strahlender aus, meine Augen wirken wacher und meine Haut hat trotz Winter und grauer berliner Kälte einen leichten Glow.

15 Uhr: Heute ist mein schlimmster Tag. Vormittags bin ich energiegeladen, stolz auf mich und echt gut drauf und ab nachmittags ziemlich erschöoft, habe Probleme mich auf die Arbeit zu konzentrieren und fantasiere von Sushi. Und Pasta. Und Currys. Und Kuchen.

16 Uhr: Meine Freundin ruft an und meint ich würde so niedergeschlagen klingen. Ich sage, dass ich es vermisse zu essen.

Tag 4

Wieder zehn Stunden Schlaf, es liegt also wirklich am Cleansing. Das ist schon toll, so erholt wache ich sonst nicht auf.

8 Uhr: Der Blick in den Spiegel macht mir gute Laune. Ich seh’ aus wie ich, nur besser. Gesünder. Und nein nein, ich wollte nicht abnehmen, aber die Jeans war auch schon mal enger. Gutes Gefühl.

13 Uhr: Ich mach das jetzt einfach. Zu sagen, dass ich noch große Lust hätte die Säfte zu trinken, wäre gelogen, aber darum geht es auch nicht. Ich bin jetzt süchtig nach dem guten Schlaf und will mehr Glow, noch mehr...

16 Uhr: Hunger habe ich irgendwie nicht mehr. Und ich fantasiere auch nicht von Essen. Die ersten drei Tage waren hart, aber jetzt wird es leichter. Nächstes Mal detoxe ich mindestens sieben Tage aber morgen kommt eine Freundin zu Besuch, der kann ich das nicht antun. Außerdem ist diese Juice-Cleansing-Sache echt etwas, was man nur allein oder mit jemandem machen kann, der das auch macht.

Tag 5

Whoohooow! Fast geschafft. Ich möchte den freundlichen Kurier, der mir meine letzten Säfte bringt fast umarmen und platze förmlich vor Energie (und Chlorophyll).

Der Tag läuft leicht und mein Resümee ist: es erfordert schon etwas Disziplin das durchzuziehen. Aber dieser Wahnsinnsschlaf ist für mich allein Grund genug das zu tun. Außerdem sehe ich wirklich gesünder, wacher und strahlender aus und das Hoch, ja wahrscheinlich spüre ich das. Meine Laune ist gigantisch – gut, vielleicht auch aus Vorfreude über das erste Glas Wein und die erste Zigarette morgen Abend – aber egal. Es fühlt sich einfach gut an. Vor einem wichtigen Event würde ich es immer wieder machen. Was soll ich sagen: it works.